In der letzten Woche habe ich wieder am eigenen Leib erlebt, wie es ist überlebender Mehrling zu sein. Es ist unglaublich. Dieses Thema begleitet mich wohl ein Leben lang.
Ich war traurig als ich zur Arbeit in die Bank ging, irgendwie hatte ich an nichts mehr Spaß. Ich war einfach nur tieftraurig. Als ich nach Hause kam und meine Freundin anrief und ihr erzählte, dass ich irgendwie keinen Spaß mehr an der Arbeit habe, ich bin so traurig meinte sie, du hast die Bank mit dem Mutterleib identifiziert. Wir sprachen gleich ein paar systemische Sätze und ich habe fleißig geatmet, mir ging es gleich viel besser. Sofort war ich nicht mehr so traurig. Sie meinte dann Eva wenn du in die Bank gehst, gehe bewusst in die Bank und eben nicht in den Mutterleib. Am nächsten Tag und die weiteren Tage bin ich fröhlich motiviert und gut gelaunt in die Bank gegangen. Es ist plötzlich viel einfacher.
Hier habe ich wieder einmal gemerkt, wie „leicht“ man in „Filme“ fällt, die nicht immer auf den ersten Blick ganz klar sind bzw. mit was man „Dinge“ identifiziert.
Ich habe die Bank zuerst für meine Stimmung verantwortlich gemacht, dabei ist es mein Thema mit der Mehrlingsthematik, die mich traurig stimmte. Das hatte ich in dem Moment verwechselt. Am nächsten Tag war eine Kollegin im Büro, die die Schränke ausräumte und dann auch noch sagte: Mensch hier liegen Leichen rum. Innerlich musste ich schmunzeln, weil ich wusste, na Eva das hat sie für dich gesagt. Und am gleichen Tag ging ich noch auf mein XING Profil und dort war eine Person auf mein Profil, die „Lebender“ heißt. Ich dachte ok Eva du hast es geschafft, du bist die Lebende oder Überlebende.
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